Unsere
Verbrauchertipps

in der Rubrik Familie und Freizeit

Beitrag Naturkosmetik aus dem eigenen Garten

Naturkosmetik aus dem eigenen Garten

Der eigene Garten bietet eine Vielzahl an Pflanzen, die sich für die Herstellung einfacher und wirksamer Naturkosmetikprodukte eignen. Dieser Beitrag liefert eine Einführung in das Thema, stellt geeignete Pflanzen vor, erklärt grundlegende Verarbeitungsschritte und enthält erprobte Rezeptideen für die Anwendung im Alltag.

Der Garten als Quelle natürlicher Wirkstoffe

Viele heimische Gartenpflanzen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe für die Hautpflege. Sie lassen sich ohne großen Aufwand anbauen, benötigen wenig Pflege und bieten eine kostengünstige Alternative zu industriellen Kosmetikprodukten. Darüber hinaus ermöglichen sie die Herstellung frischer, individueller Pflegeprodukte, die frei von unerwünschten Zusatzstoffen sind.

Geeignete Pflanzen für kosmetische Anwendungen

  • Ringelblume (Calendula): Ihre Blüten enthalten entzündungshemmende, wundheilende und beruhigende Wirkstoffe. Sie ist besonders geeignet für Salben und Cremes zur Pflege empfindlicher oder irritierter Haut.
  • Lavendel: Die ätherischen Öle im Lavendel wirken antibakteriell und hautklärend. Er eignet sich gut für Gesichtswasser, beruhigende Öle oder Badezusätze.
  • Rosenblätter: Sie enthalten Gerbstoffe und ätherische Öle, die feuchtigkeitsspendend und tonisierend wirken. Ideal für Hydrolate oder Badeprodukte.
  • Melisse: Melisse wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und beruhigend – besonders bei sensibler oder zu Irritationen neigender Haut.
  • Minze: Die erfrischende Wirkung der Minze macht sie zu einem beliebten Bestandteil von Sommerpflegeprodukten. Sie hat zudem eine leicht antiseptische Wirkung.

Diese Pflanzen können sowohl frisch als auch getrocknet verarbeitet werden. Die Qualität der verwendeten Pflanzenteile ist entscheidend für die Wirksamkeit der späteren Produkte. Geerntet wird möglichst schonend – am besten vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist und die Konzentration an ätherischen Ölen am höchsten ist.

Ernte, Trocknung und Verarbeitung

Die Qualität der selbst hergestellten Naturkosmetik hängt entscheidend von der sorgfältigen Verarbeitung der pflanzlichen Rohstoffe ab. Eine schonende Ernte, geeignete Trocknungsmethoden und korrekt durchgeführte Auszüge gewährleisten, dass die wertvollen Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten bleiben.

Erntehinweise

  • Nur gesunde, kräftige und unversehrte Pflanzenteile verwenden.
  • Ausschließlich ungespritzte Pflanzen verwenden, idealerweise aus biologischem Anbau oder dem eigenen naturbelassenen Garten.
  • Der beste Erntezeitpunkt liegt an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau verdunstet ist und die Konzentration ätherischer Öle am höchsten ist.
  • Werkzeuge wie Scheren oder Messer sollten sauber sein, um Verunreinigungen zu vermeiden.
  • Geerntete Pflanzenteile zügig weiterverarbeiten oder trocknen.

Trocknung und Lagerung

  • Die Lufttrocknung erfolgt idealerweise an einem schattigen, luftigen Ort, z. B. auf einem Leinentuch oder Gitter.
  • Die Pflanzen sollten locker verteilt sein, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Alternativ kann ein Dörrautomat bei maximal 40 °C eingesetzt werden, um die Wirkstoffe zu schonen.
  • Nach vollständiger Trocknung werden die Kräuter in gut verschlossenen, lichtgeschützten Behältern (z. B. dunkle Gläser oder Papierbeutel) kühl und trocken gelagert.

Herstellung einfacher Auszüge

Ölauszug

 Getrocknete Kräuter in ein sauberes Glas geben und mit kaltgepresstem Pflanzenöl vollständig bedecken. Geeignete Öle sind z. B.:

    • Mandelöl: mild, reizarm und für empfindliche Haut geeignet.
    • Jojobaöl: oxidationsstabil, zieht gut ein und ist besonders für fettige oder unreine Haut geeignet.
    • Olivenöl: reich an Antioxidantien, feuchtigkeitsspendend und gut für trockene Haut.
    • Sonnenblumenöl: leicht, zieht schnell ein und eignet sich gut für leichtere Rezepturen. Das Gefäß gut verschließen und 2–4 Wochen an einem warmen, lichtgeschützten Ort ziehen lassen. Täglich leicht schütteln, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nach der Ziehzeit filtern und in dunklen Flaschen aufbewahren.

Tee-Infusion

Frische oder getrocknete Pflanzenteile mit heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen und 5–10 Minuten ziehen lassen. Danach abkühlen lassen, durch ein feines Sieb filtern und bei Bedarf sofort verwenden oder kühl aufbewahren. Diese Auszüge dienen als Grundlage für die weitere Verarbeitung zu Salben, Tonern, Badezusätzen oder Ölmischungen.

DIY-Rezepte

Die folgenden Rezeptvorschläge zeigen einfache, gut umsetzbare Möglichkeiten zur Herstellung von Hautpflegeprodukten auf Pflanzenbasis. Die Zubereitung erfordert keine speziellen Geräte und lässt sich mit haushaltsüblichen Mitteln umsetzen.

Ringelblumensalbe

Diese Salbe eignet sich zur Pflege trockener, rissiger oder empfindlicher Haut und kann auch bei kleineren Verletzungen oder spröden Lippen angewendet werden.

Zutaten:

  • 2 Handvoll getrocknete Ringelblumenblüten
  • 200 ml Pflanzenöl z. B. Oliven- oder Mandelöl
  • 20 g Bienenwachs oder pflanzliche Alternative z. B. Carnaubawachs

Zubereitung: Einen Ölauszug mit den Ringelblumen ansetzen und diesen 2–4 Wochen ziehen lassen oder alternativ 30 Minuten sanft im Wasserbad ausziehen. Anschließend das Öl abseihen, im Wasserbad mit dem Wachs vermengen, bis sich alles aufgelöst hat. In saubere Tiegel füllen und bei Raumtemperatur abkühlen lassen.

Gesichtswasser mit Lavendel und Minze

Ein erfrischender Toner für den täglichen Gebrauch, der die Haut klärt und beruhigt – besonders angenehm bei warmem Wetter.

Zutaten:

  • 1 TL getrocknete Lavendelblüten
  • 1 TL frische Minzblätter
  • 100 ml abgekochtes Wasser

Zubereitung: Kräuter mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und vollständig abkühlen lassen. In eine saubere Sprühflasche füllen.

Verwendung: Morgens und abends als Gesichtswasser oder zwischendurch zur Erfrischung auf das Gesicht sprühen.

Körperöl mit Lavendel und Rosmarin

Dieses Pflegeöl fördert die Durchblutung, entspannt die Muskulatur und pflegt die Haut intensiv.

Zutaten:

  • 2 Zweige Lavendel
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 200 ml Trägeröl (z. B. Jojobaöl, Mandelöl oder Sonnenblumenöl)

Zubereitung: Die frischen Kräuter leicht anquetschen und in das Öl geben. 2 Wochen an einem warmen, lichtgeschützten Ort ziehen lassen, täglich leicht schwenken. Anschließend durch ein feines Tuch filtern und in eine dunkle Flasche füllen.

Verwendung: Nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut auftragen oder als Massageöl verwenden.

Badesalz mit Blüten

Ein pflegendes, duftendes Badesalz für entspannende Abende oder als Geschenkidee.

Zutaten:

  • 500g grobkörniges Meersalz oder Himalayasalz
  • 2 EL Natron
  • 1 EL Öl z. B. Olivenöl
  • 2 EL getrocknete Rosenblätter
  • 1 EL getrocknete Lavendelblüten
  • 1 EL getrocknete Melissenblätter
  • Optional: 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Zubereitung: Salz, Natron und Öle gut vermengen. Blätter und Blüten ggf. ein bisschen zerkleinern und ebenfalls untermischen. In ein luftdicht verschließbares Glas füllen.

Verwendung: 2–3 EL in das einlaufende Badewasser geben. Ideal zur Entspannung und sanften Hautpflege.

Wichtige Hinweise zur Anwendung und Haltbarkeit

  • Nur ungespritzte, hochwertige Pflanzen verwenden.
  • Vor der Anwendung Verträglichkeit testen z. B. in der Armbeuge.
  • Produkte kühl lagern, hygienisch arbeiten.
  • Frische Zubereitungen sind maximal 2–3 Wochen haltbar.
  • Ätherische Öle immer sparsam und mit Fachkenntnis einsetzen.

Fazit

Naturkosmetik aus dem eigenen Garten ist eine alltagstaugliche und nachhaltige Alternative zu industriellen Pflegeprodukten. Wer sich mit grundlegenden Kenntnissen zu Pflanzen, deren Inhaltsstoffen und den richtigen Verarbeitungsmethoden vertraut macht, kann auf einfache Weise hochwertige Kosmetikprodukte selbst herstellen – abgestimmt auf individuelle Hautbedürfnisse und saisonale Gegebenheiten.

Durch die Auswahl ungespritzter, regionaler Rohstoffe und den Verzicht auf synthetische Zusatzstoffe entsteht ein Höchstmaß an Transparenz und Kontrolle. Die bewusste Entscheidung für DIY-Kosmetik stärkt das Verständnis für natürliche Ressourcen, reduziert Verpackungsmüll und fördert einen minimalistischen Lebensstil.

Zudem bringt die Herstellung eigener Produkte eine kreative, achtsame Komponente in den Alltag: vom Anbau der Kräuter über die Verarbeitung bis zur Anwendung entsteht eine persönliche Verbindung zu den Pflegeroutinen. Naturkosmetik aus dem Garten ist damit nicht nur eine Frage der Pflege, sondern auch ein Beitrag zu einem ganzheitlich gesunden Lebensstil.