Beitrag Wie gesund ist die Kartoffel?

Wie gesund ist die Kartoffel?

Derzeit erreicht uns über die Medien folgende Schlagzeile: „Die Kartoffel wurde zur Giftpflanze des Jahres 2022 gekürt“. In Deutschland werden im Jahr durchschnittlich 20 Kilo Kartoffeln pro Person gegessen und wenn man Kartoffelprodukte mitrechnet mehr als das Doppelte. Was kann daran so giftig sein?

Kartoffeln sind gesund. Sie enthalten komplexe Kohlenhydrate, hochwertiges Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Aber sie enthalten auch giftige Glykoalkaloide, vornehmlich Solanin. Diese stecken insbesondere in der Kartoffelschale, in den Keimstellen, also den „Augen“, und in den grünen Stellen. Die Pflanze bildet Solanin als Abwehrstoff gegen Fraßschäden. Glykoalkaloide können bei einer hohen Aufnahme zu Erbrechen, Durchfall und sogar zu neurologischen Störungen führen. Der Solaningehalt in der Kartoffel steigt unter anderem durch zu viel Licht - die Kartoffel wird grün. Deshalb sind die richtige Lagerung und Zubereitung sehr wichtig: Lagern Sie die Kartoffeln im Dunkeln und möglichst bei vier bis sechs Grad Celsius. Sie sollten trocken und nicht in Folienbeuteln aufbewahrt werden, denn es könnte zu Schimmelbefall kommen. Ist kein kühler Vorratsraum vorhanden, so sollten nur kleine Mengen Kartoffeln eingekauft werden, die man rasch verbrauchen kann.

„Bei der Zubereitung sollten Sie grüne Stellen, beschädigte Stellen und Keime großzügig entfernen. Überlagerte Kartoffeln mit langen Keimen sollten Sie überhaupt nicht mehr essen“, so Christiane Askari von der DHB-Verbraucherberatung in Limburg. Viele Experten empfehlen die Kartoffelschale vor oder nach dem Garen zu entfernen. Solanin wird durch die Hitze beim Kochen nicht zerstört. Außerdem können Kartoffeln, die nicht aus biologischem Anbau stammen, Reste von Keim- und Schimmelhemmungsmitteln enthalten. Insbesondere Schwangere und Kinder sollten auf den Verzehr der Schale verzichten. Sie enthält ohnehin kaum Nährstoffe und Vitamine.

Eine Portion von 200 bis 250 Gramm Kartoffeln, als Salz- oder Pellkartoffeln zubereitet, ist trotz allem eine empfehlenswerte Beilage zu einer Mahlzeit. Sie enthalten nur etwa 70 Kilokalorien pro 100 Gramm. In der gleichen Menge Pommes frites stecken allerdings etwa 300 Kilokalorien.

Es gibt sehr viele Kartoffelsorten. Man unterscheidet nach dem Reifezeitpunkt frühe, mittelfrühe oder späte Sorten und nach den Kocheigenschaften festkochende, vorwiegend festkochende oder mehligkochende Sorten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der DHB-Verbraucherberatung in Limburg und Bad Camberg.

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