Beitrag Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln

Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln

Der weiße Farbstoff Titandioxid steckte bisher in Kaugummis, Backwaren, Suppen und Salatsoßen und wurde mit der Zusatzstoffnummer E 171 gekennzeichnet.

Wegen möglicher Krebsrisiken hat die Europäische Kommission den Farbstoff nun in allen Lebensmitteln verboten. Bereits im Mai 2021 hat die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Titandioxid als nicht sicher und möglicherweise erbgutschädigend bewertet. Für die Umsetzung des Verbots gilt eine 6-monatige Frist, das heißt, ab dem Sommer 2022 dürfen in Europa keine Lebensmittel mehr verkauft werden, die Titandioxid enthalten.

Aber auch in Zahnpasta, Medikamentendragees und Pflegeprodukten, wie Sonnenschutzmittel und Lippenstiften ist Titandioxid enthalten. Für sie gilt das Verbot nicht und das hat unterschiedliche Gründe. Bei Medizinprodukten, die oral eingenommen werden, bleibt der Zusatzstoff weiterhin erlaubt, um Engpässe zu vermeiden. Bei einer Umstellung der Rezeptur würden umfangreiche Studien notwendig werden. Die Pharmabranche wurde jedoch dazu aufgerufen, einen Ersatz zu prüfen.

In Pflegeprodukten, die auf der Haut angewendet werden, gilt der Zusatzstoff als unbedenklich. Auf Kosmetika wird der Farbstoff als CI 77891 oder Titanium Dioxide deklariert. In Lippenpflegestiften und Zahnpasta kann man allerdings davon ausgehen, dass ein Teil immer auch verschluckt wird. Dies ist besonders beim Einsatz in Kinderzahnpasta bedenklich.

Die Stiftung Warentest hat Titandioxid in ihrem Lippenstifttest vom November 2021 erstmalig als Schadstoff eingeordnet. Alle 17 getesteten Produkte enthalten die kritische Substanz, nur sechs der getesteten Stifte können mit dem Urteil „befriedigend“ empfohlen werden.

Das Testurteil können Sie nach vorheriger telefonischer Absprache bei den Verbraucherberatungsstellen in Limburg und Bad Camberg einsehen.

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