Beitrag Stromsperren vermeiden

Stromsperren vermeiden

Tipps der DHB-Verbraucherberatung in Dieburg

Steigende Preise im Allgemeinen und für Energie im Besonderen führen jetzt schon dazu, dass manche Verbraucher und Verbraucherinnen die monatlichen Abschläge für Strom oder Gas kaum bezahlen können.

Wenn die Jahresabschlussrechnung kommt und die nächste Preiserhöhung angekündigt wird, dürfte sich dieses Problem nochmals verschärfen.

„Die Energieanbieter sind dann schnell dabei, Sperren anzudrohen“, so Sabine Hentschel von der DHB-Verbraucherberatung in Dieburg. „Dabei gibt es durchaus Regeln, die die Strom- und Gasanbieter beachten müssen, bevor sie wirklich Strom oder Gas abstellen.“ Da eine Sperre außer gravierenden Unannehmlichkeiten weitere Kosten verursacht, sollten gemahnte Kunden und Kundinnen Zahlungserinnerungen und Mahnungen keinesfalls ignorieren, sondern handeln.


Wann also darf der Anbieter eine Stromsperre vornehmen? Der Zahlungsrückstand muss mindestens 100 Euro betragen. Die Sperre muss vier Wochen vorher angedroht werden. Acht Werktage vor Beginn der Sperre muss dies in Briefform angekündigt werden. Die Betroffenen müssen über Beratungs- und Hilfsangebote informiert werden sowie eine „Abwendungsvereinbarung“ erhalten, dabei handelt es sich im Allgemeinen um ein Angebot zur Ratenzahlung.


Was können Energiekunden tun, um Sperren zu vermeiden? Zahlungen für Miete, Heizung und Strom sollten immer als erstes vor allen anderen Rechnungen vorgenommen werden. Bereits bei der ersten Mahnung sollte man beim Versorger anrufen und um Stundung oder Ratenzahlung bitten. Auch bei hohen Nachzahlungen, die man nicht sofort begleichen kann, sollte man schnell Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen und Ratenzahlung vorschlagen. Wer Sozialleistungen erhält, kann beim Jobcenter oder Sozialamt ein Darlehen beantragen, um Energieschulden zu zahlen. Auch Menschen mit geringem Einkommen können einen solchen Antrag stellen.


Fazit: Wenn sich Probleme beim Bezahlen für Energie zeigen, werden Sie aktiv – frühzeitig. Vermeiden sie wiederholte Mahnungen, die Geld kosten, und vor allem die teure Stromsperre. Nehmen Sie Kontakt mit dem Versorger auf. Suchen Sie Unterstützung und Beratung bei den Ämtern und bei Sozial- oder Schuldnerberatung. Lassen Sie sich keinesfalls auf angeblich schnelle, unbürokratische und Schufa-freie Kreditangebote ein, um die Energieschulden zu begleichen – diese Angebote sind in den allermeisten Fällen unseriös und kosten letztlich eher Geld als dass sie die erhoffte Kreditsumme wirklich erbringen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Verbraucherberatungsstellen des DHB-Netzwerk Haushalt.

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des DHB – Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e. V.